Bei heise online gibt es eine Meldung über ein interessantes Forschungsergebnis. Interessant vor allem, weil das Fazit (oder dessen Formulierung) jenseits jeder Logik ist.
Nach ihren Forschungen erhöht die Teilnahme an sozialen Netzwerken wie etwa MySpace anscheinend nicht das Risiko, einer sexuellen Belästigung zum Opfer zu fallen.
Selbstverständlich erhöht die Teilnahme an sozialen Netzwerken das Risiko sexueller Belästigung. Genauso wie die Teilnahme am Straßenverkehr das Risiko erhöht, einen Autounfall zu haben. Wenn man einen zusätzlichen Kanal aufmacht, steigt das Gesamtrisiko. Wie man damit umgeht, ist eine andere Sache. Den Vergleich mit dem Straßenverkehr ziehe ich da immer wieder gerne vor.
Wirklich fatal finde ich aber folgende Aussage:
Bei im Jahre 2007 durchgeführten mehr als 400 Interviews mit Fahndern, die sich mit "Internet-related sex-crimes" befassen, stellte sich heraus, dass die Online-Unholde aller Wahrscheinlichkeit nach keine Verfolgung unschuldiger Opfer betreiben, sondern eher auf der Suche nach Jugendlichen seien, die für Verführung empfänglich sind.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Teenager online mit unerwünschten sexuellen Angeboten konfrontiert werden, hängt laut Erkenntnissen der Studienverfasser von einem Verhaltensmuster ab, dass von einer einer gewissen Risikobereitschaft gekennzeichnet ist: Online-Kommunizieren mit Unbekannten, bedenkenloses Aufnehmen in die Freundesliste, sich mit Fremden online über Sex austauschen, das Aufsuchen von Seiten mit pornografischen Inhalt sowie "unverschämtes Verhalten".
Da wird schon wieder mit dem Klischee des Opfers, das durch sein Verhalten 'selbst schuld' ist, gearbeitet. Mir persönlich kommt da die Galle hoch.