Schule zwischen Handyverbot und Handykunde
In immer mehr Schulen ist der Griff zum Handy zumindest während des Unterrichts verboten. Verbote, da sind sich die Experten einig, sind aber selten die Lösung eines Problems. Sie fordern deshalb Handykunde an der Schule. So hat die Union der schweizerisch-liechtensteinischen Schülerorganisationen (USO) ein Handyverbot an der Schule schlicht als «unsinnig» bezeichnet und vertritt die Meinung, dass es «Aufgabe der Schule ist, den verantwortungsbewussten Umgang mit den neuen Medien zu lehren.»
Irgendwie hat mein Bewusstsein auf diese Meldung sofort reagiert. Und zwar zwiespältig - vor allem auch wegen:
Anders als ein Verbot lässt sich Handykunde oder Medienkunde nicht über Nacht einführen. Und anders als Internetanschlüsse oder Computer lässt sich die Einführung von kritischer Medienkunde kaum von der Industrie mitfinanzieren.
Was implementiert: Wer etwas verbietet, ist nur zu faul, sich damit auseinanzerzusetzen. Kann ja sein. Jetzt nehmen wir aber mal die Medienkompetenzbrille ab und betrachten das Problem ganz nüchtern: Es gibt Dinge, die sind während des Unterrichts einfach nicht angebracht. Handys stören. Also wird deren Benutzung während des Unterrichts nicht erlaubt. Basta. Essen ist i.d.R. auch nicht erlaubt - fordert statt dieses Verbots jemand die Einführung von Ernährungskunde? Bitte auf dem Teppich bleiben.
Die andere Frage ist im übrigen - wie so oft - die Frage des Vorbilds. Wie verankert ist im täglichen Leben noch das Bewusstsein, in welchen Situationen klingelnde Handys oder öffentliche Telefongespräche angebracht sind und wo nicht? Ich rede jetzt nicht von Jugendlichen sondern von Erwachsenen. Wie gesagt: Vorbild.